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Methild und das Reich der Deutschen

Kaiserin und Königin zwischen Deutschland und Britannien

Maria J. Krück-von Poturzyn

Eine ungeheure Spannung lag über Europa: der Machtkampf zwischen Kaiser und Papst war in vollem Gange. In einem wohl einzigartigen politischen Schachzug hatte Kaiser Heinrich IV. den Papst durch seine Buße vor Canossa gezwungen, den Bann gegen sich, den Kaiser, wieder aufzuheben. In dieses Jahrhundert der großen Spannungen, aber auch des großen Umbruchs in die Neuzeit, in dem der Templerorden gegründet wurde, die großen Kathedralen und die Gralsromane entstanden, wurde Methild als Tochter des englischen Königs Heinrich I. und Enkelin Wilhelms des Eroberers 1102 hineingeboren. Als Achtjährige kam sie an den Hof Heinrichs V. nach Deutschland. Noch war sie ein Kind, das mühsam die neue Sprache lernte und von Frauen und Gelehrten des Hofes auf seine neue Aufgabe vorbereitet wurde. Wie ein wirbelnder Traum gingen Kaiserkrönung in Rom, glanzvolle Hochzeit in Mainz und die abermalige Romfahrt, auf der sie selbst zur Kaiserin gekrönt wurde, an ihr vorbei. Kaum sieben weitere Jahre verstrichen, da fand sie sich, nach dem plötzlichen Tod Heinrichs V. mit 23 Jahren als Kaiserwitwe. Auf einer Wallfahrt nach Santiago de Compostela versuchte die noch Kinderlose Ordnung in ihre Gedanken zu bringen. Dann begab sie sich an den Hof ihres Vaters, des Königs von England. Hier bereitete sie sich auf die vermächtnishafte Aufgabe vor: Brücken zu schlagen von Europas Mitte nach Europas Westen, Mittlerin zu sein zwischen Völkern. Mühevoll war ihr Weg, den sie mit unbeugsamer Energie verfolgte. Als sie 1167 starb, verlor Europa eine große Herrscherin – ihr Werk aber dauerte weit über ihr Leben hinaus.

VAMG, 1985

Methild und das Reich der Deutschen

Kaiserin und Königin zwischen Deutschland und Britannien

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